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EZB: Libra könnte einige Probleme der globalen Zahlungssysteme lösen

EZB Vorstand Benoit Coeure sagte, dass die politischen Entscheidungsträger auf die Herausforderungen von Libra reagieren sollten, da sie zwei wichtige Probleme lösen könnte, die in den derzeitigen globalen Zahlungssystemen auftreten.

Facebooks Libra könnte zwei wichtige Probleme lösen, die gegenwärtig in globalen Zahlungssystemen auftreten, sagte ein europäischer Zentralbanker am 25. September im Deutschen Bundestag.

Bei einer Anhörung des Ausschusses für Digitale Agenda, sagte Benoit Coeure, Vorstandsmitglied der EZB und Vorsitzender des Ausschusses für Zahlungsverkehr und Marktinfrastruktur, dass Facebooks Stablecoin Milliarden von Menschen weltweit, die keinen Zugang zu einem Bankkonto haben, Zugriff auf grundlegende Zahlungsdienste ermöglichen und gleichzeitig grenzüberschreitende Zahlungen billiger, schneller und transparenter machen könnte.

Nach neuesten Schätzungen haben 1,7 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt keinen Zugang zu grundlegenden Zahlungssystemen, obwohl 1,1 Milliarden von ihnen Zugang zu einem mobilen Gerät haben. In seiner Rede sagte Coeure, dass der derzeitige, grenzüberschreitende Retail Zahlungsverkehr „im Allgemeinen langsamer, teurer und undurchsichtiger ist als der Inlandszahlungsverkehr“, auch wenn er von entscheidender Bedeutung für den Welthandel und für Migranten ist, die Geldtransfers in ihre Heimatländer tätigen. Er sagte:

„Alles in allem war Libra zweifellos ein Weckruf für Zentralbanken und politische Entscheidungsträger. Globale „Stablecoin“ Initiativen sind das natürliche Ergebnis rasanten technologischen Fortschritts, der Globalisierung und der Veränderung der Verbraucherpräferenzen. Die Nachfrage nach schnellen, zuverlässigen und günstigen grenzüberschreitenden Zahlungen, dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen. Politik und Zentralbanken sollten auf diese Herausforderungen reagieren.“

Auch wenn Libra diese Probleme lösen könnte, so Coeure, wird es auch einige Bedenken auslösen, da die Kryptowährung zur Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung eingesetzt werden könnte. Ganz zu schweigen von den Sorgen um Verbraucherschutz, Datensicherheit, Netzstabilität und Wettbewerb. Er sagte auch, dass ein neuer Denkansatz erforderlich sei, um dieses neue Produkt zu regulieren.

Seine Ausführungen deuten darauf hin, dass Libra endlich von der EZB akzeptiert werden könnte, allerdings unter der Voraussetzung einer strengen Aufsicht. Für einige Länder in Europa wird man allerdings noch Überzeugungsarbeit leisten müssen. Anfang dieses Monats sagte der französische Wirtschafts- und Finanzminister, Bruno Le Maire, dass er beabsichtige, den Stablecoin im EU-Raum zu verhindern, da er eine Bedrohung für die Souveränität der nationalen Währungen darstellen könnte.

Quellenangabe: ChainBulletin

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