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Meinung: Wie der Handelskrieg zwischen den USA und China den Kryptomarkt beeinflusst

Der Kryptomarkt hat alle Anzeichen einer explosiven Erholung verloren und stagniert, während er in Erwartung einer Resolution des Handelskrieges, zwischen den USA und China, in den Ruhezustand versetzt wird.

Mit der Eskalation des Handelskrieges zwischen den USA und China und der Tatsache, dass keine Seite bereit scheint, einen Schritt zurück zu treten, um ein endgültiges Abkommen zu erreichen, absorbieren Industrien in beiden Ländern, die direkt und indirekt von Zöllen beeinflusst werden, die Nebenwirkungen dieses großen wirtschaftlichen Aufschwungs. Menschen verlieren Geschäftsmöglichkeiten, Verbraucher müssen am Ende mehr für Waren und Dienstleistungen bezahlen und der chinesische Yuan ist auf ein 11-Jahrestief gesunken. Niemand scheint jedoch darüber zu sprechen, wie sich dieser Konflikt auf die Blockchain-Industrie und die darin enthaltenen Kryptowährungen auswirkt.

Den Handelskrieg verstehen

Die USA importierten 2018 Waren im Wert von 3,1 Billionen Dollar, exportierten aber nur um 2,51 Billionen Dollar. Das bedeutet, dass das Land ein Handelsdefizit von rund 600 Milliarden Dollar aufwies. Von diesen 3,1 Billionen Dollar stammen jedoch 539,5 Milliarden Dollar (17,3%) aus China, wobei die USA nur 120,3 Milliarden Dollar (4,3%) nach China exportierten. Dies bedeutet, dass China aus diesen Handelsbeziehungen mehr profitiert. Letztendlich stammen 419 Milliarden Dollar (67%) des gesamten Handelsdefizits der USA, aus China.

Hier liegt das Problem. Der Präsident der USA, Donald Trump, hat dies erkannt und in weiterer Folge versucht, die Situation, durch die Vergabe von Zöllen auf chinesische Waren die in sein Land kommen, auszugleichen.

Was ist Zoll? Zoll ist lediglich eine Steuer, welche auf importierte Waren erhoben wird. Ein Beispiel: Nehmen wir an, eine chinesische Firma, die Bleistifte herstellt und deren Herstellungskosten für einen Bleistift $10 betragen. China exportiert diese Bleistifte in die USA und werden dort für 15 Dollar pro Stück verkauft. Daneben existiert ein anderes Unternehmen in den USA, das ebenfalls Bleistifte herstellt. Deren Kosten für die Herstellung betragen allerdings 15 Dollar pro Bleistift. Um also Gewinne zu erzielen, müssen diese Bleistifte zu einem höheren Preis verkauft werden, als Beispiel um 18 Dollar pro Stück. Die lokal hergestellten Bleistifte können nicht mit den 15 Dollar Modellen aus China konkurrieren. Im wesentlichen hat das lokale Unternehmen drei mögliche Vorgehensweisen:

  • Die Kosten für die Herstellung werden durch Innovation minimiert.
  • Die Produktion der Ware wird eingestellt.
  • Das Unternehmen ersucht den Gesetzgeber um Verbesserungen.

In unserem Fall könnte die US-Regierung Zölle einführen, da China mittlel- bis langfristig US-Unternehmen in die Insolvenz treibt, da Produkte von heimischen Unternehmen nicht mehr konkurrenzfähig angeboten werden können. Beispielsweise legen die USA 7 Dollar Zoll pro chinesischen Bleistift fest. Das bedeutet, dass, sofern das chinesische Unternehmen seine Bleistifte weiterhin für 15 Dollar verkauft, nicht mehr in der Lage sein werden, ihre Kosten zu decken (10 Dollar pro Stück) und entsprechend auch keinen Gewinn mehr erzielen werden. Daher muss folglich der Verkaufspreis erhöht werden, was es lokalen Unternehmen in Folge ermöglicht, leichter mit den importierten Produkten zu konkurrieren.

Dies ist ein stark vereinfachtes Beispiel, aber es erklärt im Wesentlichen, wie Zölle funktionieren. Im anhaltenden Handelskrieg zwischen den USA und China haben beide Länder bereits Zölle auf viele importierte Waren erhoben (oder in einigen Fällen auch einfach erhöht). Die Auswirkungen spiegeln sich in beiden Volkswirtschaften wider, da die von den Zöllen betroffenen Unternehmen viel Geld verlieren und schließlich in den Ruin getrieben werden. Aber wie genau passiert das?

Um unser Beispiel fortzusetzen: Das chinesische Unternehmen, das nun für jeden in den USA verkauften Bleistift eine pauschale Steuer von 7 US-Dollar zahlen muss, kann es sich nicht mehr leisten, Bleistifte für 15-US Dollar zu verkaufen. Daraufhin wird der Preis auf etwa 20 Dollar pro Stück erhöht. Dadurch werden Marktanteile verloren, da lokale Unternehmen ihre eigenen Produkte ebenfalls zu diesem Preis oder sogar noch niedriger verkaufen. Jetzt kämpft das chinesische Unternehmen mit Umsatzeinbußen. Die Entlassung von Arbeitnehmern beginnt, das Wachstum des Unternehmens stagniert und die Produktivität schwindet. Somit entsteht im Grunde genommen ein Teufelskreis – etwas, von dem sich Unternehmen sehr schwer erholen können.

Die eigentliche Motivation hinter dem Handelskrieg

Das kontinuierliche Duell zwischen Kapitalismus und Kommunismus ist ein offensichtlicher Treiber des Konflikts, allerdings gibt es andere Gründe, die viel spezifischer sind als der Kampf der politischen Ideologien. Im Mittelpunkt steht der Plan „Made in China 2025“ mit folgendem Ziel: das Land zur weltweit größten Wirtschaftsmacht zu erheben. Diese Position vertreten nach wie vor die Vereinigten Staaten.

Der Plan 2025 enthält mehrere Schlüsselaspekte, von denen einige recht beunruhigend wirken. So fordert China beispielsweise Unternehmen auf, die in ihrem Land Geschäfte machen wollen, in bestimmte Branchen wie Energie und Telekommunikation einzusteigen und ihre Geschäftsgeheimnisse mehr oder weniger offenzulegen, indem sie mit lokalen Partnern kooperieren. Im Wesentlichen liegt die Absicht darin Innovationen zu kopieren und eigene Versionen davon zu erstellen, was bereits in sehr großem Umfang geschieht.

Das Land fördert auch Investitionen in US-Unternehmen, mit dem einzigen Ziel, deren Geschäftsgeheimnisse zu erhalten, die diesen betroffenen Unternehmen einen technologischen Vorsprung verschaffen. Patente in den USA gelten nur für US-Unternehmen, was zum größten Diebstahl geistigen Eigentums führt. Viele ihrer etablierten Marken, die das 21. Jahrhundert geprägt haben und großteils aus dem innovativen Umfeld der USA stammen, haben ihre eigenen Kopien in China.

Da chinesische Arbeitskräfte günstiger sind, kann China es sich leisten, im Wesentlichen dasselbe Produkt zu einem viel niedrigeren Preis zu verkaufen und den wirtschaftlichen Wettlauf mit bloßen Zahlen, und nicht so sehr mit Innovation, zu gewinnen.

Welche Rolle spielen die Schulden der USA?

Die USA schulden China derzeit 1,13 Billionen Dollar mit einem Zinssatz von 3,4% über 10 Jahre. Nachdem sich der Handelskrieg nicht verlangsamt und die USA sich gegenüber China in einem Handelsdefizit befinden; kann China nicht einfach seine Schulden verkaufen und den Handelskrieg über Nacht gewinnen?

Technisch gesehen wäre es möglich, sollte dies allerdings passieren, wird die Wirtschaftskrise 2008 wie ein Kindergeburtstag aussehen – verglichen mit der darauffolgenden Kettenreaktion. Die Schulden abzulösen ähnelt auf einfache Weise einem Atomkrieg – kein Land gewinnt, am Ende schadet es der gesamten Weltwirtschaft.

Wie wird der Kryptomarkt beeinflusst?

Da Kryptowährungen aufgrund ihres dezentralen Charakters in keinem der beiden Konfliktländer ein- und ausgeführt werden, sind Kryptowährungen nicht direkt vom Handelskrieg betroffen. Zölle und geistiges Eigentum sind Schlüsselbereiche, um die der Kampf im Moment tobt. Keiner von beiden Ländern beeinflusst direkt Kryptowährungen, es gibt jedoch viele Nebenwirkungen eines solch großen Handelskrieges.

Aktienmärkte verlieren an Wert und reagieren fast augenblicklich auf Ankündigungen von Zöllen. Gespräche über eine Rezession als Folge des Abwärtstrends, sorgen ebenfalls für eine gewisse Angst. Letztendlich ist es die Angst vor dem Zerfall der Wirtschaft und die Unsicherheit über den Ausgang des Handelskrieges zwischen den USA und China, die den Kryptomarkt beeinflussen.

Der Ausbruch, den wir im Juni erlebten, wurde schnell durch das Huawei-Drama und Präsident Trump zunichte gemacht. Die Spannungen im Handelskrieg nahmen wieder zu, als Trump drohte, Zölle auf chinesische Waren im Wert von 325 Milliarden Dollar zu erheben. Der Kryptomarkt hat sich seither unauffällig stabilisiert, jedoch alle Anzeichen einer explosiven Erholung verloren und kehrt in seinen vorherigen Ruhezustand zurück. Der staatliche Druck auf Libra spielte sicherlich auch eine Rolle, wenn auch nicht so bedeutsam, wie man es hätte erwarten können.

Die psychologische Reaktion unerfahrener Asset-Inhaber auf Ereignisse, die von ihnen nicht vollständig verstanden werden, zieht den Kryptomarkt langsam wieder nach unten. Leider ist dies ein natürlicher Teil des Wirtschaftszyklus, da Menschen Geld herausholen und es für schlechte Zeiten verwahren, die angeblich demnächst kommen sollen. Es scheint, als wäre auch der Kryptomarkt nicht immun gegen diesen Prozess.

Während es einige Menschen gibt, die Bitcoin und andere dezentrale Kryptowährungen als sicheren Hafen für diese wirtschaftliche Sackgasse betrachten, sind die meisten von ihnen immer noch von Zweifeln und Bedenken geplagt und erinnern sich an den Back-to-Reality-Bärenmarkt von 2018.

Zusammenfassend scheint es, dass es im Moment zwei Dinge gibt, die den Anstieg der Kryptowährungen blockieren: Unsicherheiten und die wirtschaftliche Krise, die durch den Handelskrieg zwischen den USA und China verursacht wurden, sowie die Gegenreaktion auf Facebooks Libra. Libra mag integraler Bestandteil des Übergangs, vom Bären- in den Bullenmarkt, zu Beginn dieses Jahres gewesen sein. Da aber der regulatorische Druck, der auf das Projekt seit seiner Ankündigung ausgeübt wird, hat den Hype sicherlich wieder in konservative Bereiche zurückgeführt.

Solange diese beiden Situationen nicht geklärt sind, oder andere Vorkommnisse geschehen, was den derzeitigen düsteren Konjunkturausblick außer Kraft setzt, bestehen in diesem Jahr keine gute Chancen, dass einen weiterer, massiver Bullrun oder einen Anstieg geschehen wird, der nur annähernd mit den Höhen von 2017 vergleichbar wäre. Die gute Nachricht ist, dass man nie wirklich weiß, was passieren wird – und das Jahr 2020 steht bereits voller neuer Möglichkeiten vor der Tür.

Quellenangabe: ChainBulletin

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